Mittwoch, 1. Mai 2013

10 b) Gebrochene Schriften, Rundgotisch


Ophelia

Herkunft: Gebrochene Schriften galten in Mittel- und Westeueropa lange Zeit der Antiqua ebenbürtig. In Deutschland war die Fraktur (eine spezifische Schriftart unter den gbrochenen Schriften) lange Zeit für Lesetexte im Einsatz. Heutzutage werden diese Schriften für Zeitungstitel, Biermarken und Kneipen eingesetzt. Ihre Bedeutung als Leseschrift haben sie verloren.
Die gotische gebrochene Schrift wurde als "barbarisch" und zu schwer empfunden und konnte sich nicht durchsetzen. Die rundgotische Schrift - auch Rotunda - wurde an der Universität von Bologna entwickelt. Auch wenn die Rundgotische Schrift mit ihren Ursprüngen im 12. Jahrhundert uralt ist, wirkt sie aufgrund ihrer Nähe zur Antiqua sogar etwas moderner als die gotische Schrift.


Erkennungsmerkmale
  • angedeutete Brechungen der Rundungen in den Kleinbuchstaben
  • nähere Verwandtschaft zur Antiqua
  • keine rautenförmige Serifen und An- sowie Abstriche

Eigenschaften
Fließender, offener und von lichterer Textur und ihrem Ursprung nach wird den rundgotischen Schriften ein mediterraner Charakter zugeschrieben, obwohl in den nördlicheren Ländern ebenso bedeutende Exemplare dieser Schrift geschnitten wurden. Mit einiger Sorgfalt kann man rundgotische Schriften tatsächlich mit der Breitfeder-Antiqua verbinden und ein harmonisches Bild erzeugen.

Beispiele
FF Ophelia, Wallau, Weiß-Rundgotisch

Dieser Artikel gehört zur Reihe Schriftklassifizierung. Der Übersichtsartikel kann hier eingesehen werden.

Quellen:

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