Freitag, 17. Mai 2013

10 c) Gebrochene Schriften: Schwabacher



Schwabacher

Herkunft: Gebrochene Schriften galten in Mittel- und Westeueropa lange Zeit der Antiqua ebenbürtig. In Deutschland war die Fraktur (eine spezifische Schriftart unter den gebrochenen Schriften) lange Zeit für Lesetexte im Einsatz. Heutzutage werden diese Schriften für Zeitungstitel, Biermarken und Kneipen eingesetzt. Ihre Bedeutung als Leseschrift haben sie verloren.
In der Schwabacher setzte man Luthers erste Bibelübersetzungen. Eventuell geht darauf die (falsche) Bezeichnung "deutsche Schrift" zurück, weil Luthers in Schwabacher gesetzte Bibelübersetzungen eine sehr große Verbreitung im deutschsprachigen Raum erlangten.

Fraktur an sich hatte keine Auszeichnungsschriften. Um in einem Frakturtext etwas zu betonen, griff man zu Schriften anderer gebrochener Familien - als relativ lichte Schrift wurde die Schwabacher gerne dort gewählt, wo man heutzutage eventuell zu einer Kursiven als Auszeichnung greifen würde.


Erkennungsmerkmale
  • breite Rundungen
  • kräftiger Querstrich beim kleinen g
  • keine rautenförmige Serifen und An- sowie Abstriche

Eigenschaften
Die Schwabacher gilt als besonders rustikale, "derbe" Schriftgruppe der gebrochenen schriften. Durch die großzügigen Punzen, stärkeren Kontraste wirkt die Schrift im Gesamtbild heller. 

Beispiele
Alte Schwabacher, Nürnberger Schwabacher, Schneidler Schwabacher

Dieser Artikel gehört zur Reihe Schriftklassifizierung. Der Übersichtsartikel kann hier eingesehen werden.

Quellen:

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