Freitag, 26. Juli 2013

Idee zum Konzept: Exposé

Ein umfassendes mediales Projekt muss schon vor seiner Fertigstellung in einer Form existieren, die es für das jeweilige Zielpublikum begreifbar macht. Der Projektleiter kümmert sich um Dokumente (oder gibt sie in Auftrag), die in jedem Abschnitt das Projekt so kommunizieren, dass es seiner Fertigstellung dient. Vom Investor bis hin zu Mitarbeitern und dem späteren Zielpublikum sollte eine einheitliche Vision geschaffen werden, die das Projekt in den Köpfen der Menschen zum Leben erweckt. Die einzelnen Stadien bei der Fertigstellung des Projektes sehen folgendermaßen aus:

  • Exposé
  • Treatment
  • Produktionsanleitung (Drehbuch, Skript/Libretto/Partitur, Aufriss)
  • Produkt

Das Exposé

Das Exposé ist der Grundriss eines Projektes. Es dient der Kommunikation der Idee und ist eine Gelegenheit für den Autoren, sich mit dem Stoff auseinander zu setzen, ihn auf die wesentlichen Elemente herunterzukochen. Das Exposé dient als Diskussionsgrundlage für Produzent, Geldgeber, Förderer und eventuell schon der Gewinnung von Mitarbeitern für das Projekt. Es kann durchaus literarisch verfasst sein und darauf eingehen, welche Gefühle die Geschichte beim Publikum auslösen soll.

Im Gegensatz zu einem fertigen Drehbuch/Roman können Entscheidungsträger schnell herausfinden, ob der Stoff für ihr Vorhaben geeignet ist. Die Hauptkritik am Exposé liegt auch genau darin: Besonders komplexe Projekte seien nicht so einfach auf eine bis fünf A4-Seiten zu kürzen. Als Entscheidungsgrundlage sind Exposés jedoch unentbehrlich .

Inhalt

Im Prinzip ist ein Exposé eine ausführliche Darstellung der Grundidee des Stoffes. Ein Exposé für eine Fotodokumentation sieht anders aus als ein Exposé für eine TV-Serie. Geht man von einem narrativen Medium aus, sollten folgende Dinge in einem Exposé zu finden sein:

  • Grundidee des Stoffes
  • Figuren
  • Name, Alter, kurze Charakterisierung
  • Motivation, Ziel, Konflikt, Antrieb
  • Äußerlichkeiten, wenn sie für die Rolle wichtig sind (Identifikationspotential)


Plotzusammenfassung

  • entlang des dramatischen Bogens: Exposition, Konfrontation, Katharsis mit den wichtigsten Plotpunkten
  • Zentraler Konflikt


Einige Autoren fügen ihrem Exposé einen zusätzlichen Absatz zu, der speziell auf die Intention des Projektes eingeht oder besondere stilistische Entscheidungen unterstreicht.

In ein Expose gehören nicht:

  • Wörtliche Rede
  • Marketing- Platzierungshinweise
  • Technische Anweisungen.

Form

Als Grundriss eines Projektes sollte das Exposé eine sehr saubere Form im Stil des Projektes sein.
Sprachlich:

  • Präsenz, die Handlung findet immer jetzt statt
  • Aktive Verben verwenden
  • Klare, einfache Hauptsätze
  • Keine literarische, lyrische Distanz (Ein -> Der/die/das)
  • keine Ansammlung geladener Adjektive (toll, außerordentlich...), lebendige Verben rocken!

Deckblatt:

  • Titel des Stoffes
  • Exposé oder Treatment
  • Name des Autors
  • Name der Produktionsfirma
  • eventuell: Anschrift + Jahr

Der Name der Charaktere sollte bei erster Nennung in GROSS-Buchstaben erfolgen

Ein Exposé umfasst selten mehr als 6 Seiten, ein Treatment dagegen kommt auf 10-15, manchmal bis zu 40 Seiten.

Man sollte immer im Hinterkopf haben, für wen man in welchem Stadium schreibt. Und mit diesem Exposé geht es dann in den Pitch.

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