Montag, 30. September 2013

Idee zum Konzept: Treatment

Treatments sind verkürzte "Nacherzählungen" eines Drehbuchs - ohne Dialoge und Szenenoutline. Das Treatment (in etwa Behandlung) beschreibt, wie eine Handlung umgesetzt werden soll und gilt am Markt als "Verkaufspapier". Seit der Stummfilmzeit wird dieser Arbeitsschritt genutzt, um Theaterstücke und Romane in Filme zu adaptieren. 

Im Grunde ist ein Treatment ein sehr ausführliches Exposé, der Arbeitsschritt zwischen Exposé und dem tatsächlichen Drehbuch. Ein Treatment umfasst etwa 1/3 der finalen Länge des Drehbuchs (bei einem Spielfilm sind das etwa 20-25 A4 Seiten) und wird im Präsenz verfasst. Die genaue Form ist nicht vorgeschrieben. Wichtig ist, dass das Treatment alles enthält, was ein Produzent über das Projekt wissen muss: Struktur, besonderer Stil, Charaktere, Szenenbeschreibungen, Hintergrundinformationen. Ein Treatment durchläuft häufig viele Korrekturschritte, bis die Story vom Produzenten abgenommen ist.


Hier liegt auch ein von den Autoren häufig benanntes Problem: Das Treatment ist handlungsorientiert und nicht so fein nuanciert wie das finale Drehbuch. Um alle wichtigen Motivationen und ungeschriebenen Zwischentöne einzufangen, würde der Fließtext den Rahmen sprengen. Alternativ zum Treatment greifen einige Autoren zur Stepoutline - einer Art Szenenskelett ohne Dialoge, die in Stichpunkten jede Szene und jeden Ort zusammenfasst.

Ein Treatment sollte sämtliche Fragen zu den folgenden Punkten der Produktion beantworten:

Thema


Was ist die Prämisse der Handlung? Kann man den zentralen Konflikt in einem Satz zusammenfassen?
Das Thema bestimmt die Taktik nach der der Plot formuliert wird(Eick, 2005, p. 95)
Die Grundhaltungen der Charaktere zu diesem Thema gibt ihnen Tiefe.
Beispiel: Pretty Woman: Mit Geld ist Liebe nicht zu kaufen, Geld allein macht nicht glücklich.

Subtext


Was passiert in den Köpfen der Charaktere, ohne dass sie es aussprechen? Subtext wird im Treatment zum ersten Mal ausführlich beschrieben und im Drehbuch implizit umgesetzt. 

Nebenhandlung / Subplot


Auch Nebenhandlungen sollten im Treatment behandelt werden, besonders weil sie Einfluss auf Rhythmus und Stimmung der Produktion haben werden.
Die Haupthandlung dient häufig in erster Linie der äußeren Handlung. Der Subplot entfaltet das Thema.
Die Nebenhandlung ist auch eine Chance, den Konflikt von einem anderen Sichtwinkel zu betrachten und wichtige Nebenfiguren zu stützen. Hier ist Raum für andere Stimmungen (Comic Relief, romantisches Element usw.)
Der Subplot folgt ebenfalls einer vollständigen dramatischen Struktur:
Exposition, zentrale Frage, Wendepunkt und Klimax

Settings



  • Wofür steht der Ort, die Zeit (Metapher, Symbolik)?
  • Wie häufig wird zwischen den Settings gewechselt
  • Passt das Setting zu Protagonist und Thema?

Rhythmus


wird erzielt durch:

  • Wechsel des Fokus auf den Plot (aus Sicht des Protagonisten, danach aus Sicht des Antagonisten etc.)
  • Wechsel zwischen emotionalen und ‚nüchternen‘ Szenen
  • Wechsel zwischen Konfliktszenen und komischen Szenen
  • Wechsel zwischen Haupt- und Nebenplot
  • Wechselspiel zwischen erzählter Zeit und Erzählzeit
    • Erzählte Zeit: Zeit, die in der Geschichte vergeht.
    • Erzählzeit: Zeit, die benötigt wird, um die Geschichte zu erzählen



Quellen:
Eick, Dennis (2005): Exposee, Treatment und Konzept. UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz, 2005
Wikipedia: Treatment 25.09.2013

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