Mittwoch, 9. April 2014

Der Unwohlsound - Infrasonic

Die allgemeine Spanne an Frequenzen, die ein Mensch als hörbaren Klang einordnen kann, wird von 20 HZ bis 20.000 HZ angegeben. Knapp unterhalb von 16 HZ aber noch oberhalb natürlicher, z. B. durch das Wetter bedingte Luftschwankungen, fängt der Infraschall an. Im Infrasonic-Experiment wurde 2003 untersucht, ob wir auf diese niedrigen Frequenzen unterbewusst reagieren.

Ein britisches Team von Wissenschaftlern ließ 700 Probanden Musik hören, der zum Teil eine 17 HZ-Frequenz untergemischt war. Die Probanden wussten nicht, welche Stücke mit dem Ton unterlegt waren. 22% der Teilnehmer berichteten von Unwohlsein, Traurigkeit, Übelkeit, Druck auf der Brust und Furcht bei den entsprechenden Musikstücken.



Generell bringen einige Menschen das Erleben von Infrasound einer übernatürlichen Erfahrung nah. Wem wird nicht mulmig zumute, wenn man plötzlich ohne erkennbare Quelle unangenehme Empfindungen spürt. Man geht davon aus, dass man Infraschall nur unter sehr hohen Dezibel wahrnehmen kann - so hoch, dass die Schwingungen zu physischen Schäden an Organen führen könnten (was aber auch auf sehr laute Geräusche aus dem allgemein hörbaren Bereich zutreffen würde).
Tatsächlich gibt es Instrumente, die in der Lage sind, im Infraschallbereich Töne zu produzieren: Weltweit existieren zwei Orgeln, die bis auf das Subkontra-C (8,2 HZ) hinuntergehen. Na - ob ein Konzert da eine angenehme Erfahrung ist?

Infraschall hat auch nützliche Anwendungen: Ein weltweites Sensorennetz aus Infraschallstationen ist in der Lage Schall zu messen, der nukleare Explosionen (z. B. bei Atomwaffentests in abgelegenen Gebieten) ortet. Dieses Netz dient der Überwachung des Kernwaffen-Stopp-Vertrags.

Quellen:
http://www.sarahangliss.com/infrasonic-the-experiment
http://www.smh.com.au/articles/2003/09/08/1062901994082.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Infraschall

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