Sonntag, 27. April 2014

Mastering

Mastering bezeichnet den letzten Schritt bei der Herstellung einer Audioaufnahme. Der Begriff wird für drei unterschiedliche Prozesse verwendet: Nachbearbeitung des fertig abgemischten Summensignals, Herstellung eines Positiv-Mastertonträgers (Premastering) und schließlich die Herstellung des finalen Mastertonträgers, der als Vorlage in Presswerken genutzt wird. Dieser Schritt wird ebenfalls vom Tontechniker durchgeführt. Es gibt jedoch auch auf das Mastering spezialisierte Mastering-Ingeneure.


In diesem Video fasst Bobby Owinski die Grundlagen des Masterings zusammen.

Ziel des Masterings ist es, Songs unter anderem so anzugleichen, dass sie gut zusammen auf eine CD passen: Sich im Klangstil, von der Lautstärke, Nachhall, Effekten ähnel. Beim Remastering passt man alte Aufnahmen neueren Abspielgeräten an. Die finale Datei soll für viele Abspielgeräte kompatibel sein und sich auch bei Abspielgeräten schlechterer Qualität zumindest ähnlich dem Original anhören. Wenn jemand den Song im Autoradio oder auf seiner teuren Homekinoanlage hört, soll klar erkennbar sein, dass es dasselbe Lied ist.

Der erste Schritt in der Nachbearbeitung, ist wieder das Equalizing. Hier werden die Frequenzen ein weiteres Mal sorgsam angeglichen. Wenn in diesem Schritt zu viel Nachbearbeitung nötig wird, ist es empfehlenswerter, zum Mixing zurückzukehren und das Summensignal neu zu abzumischen.
Kompression gehört ebenfalls zu diesem Arbeitsschritt: Frequenzbereiche, die das Ohr unbewusst wahrnimmt, aber nicht zum Song beitragen, werden herausgeschnitten: Der Frenquenzpegel wird reduziert, laut und leise liegen nicht mehr so weit auseinander. So kann man in einem Popsong laute Stellen genauso gut verstehen wie zarte Zwischensoli, ohne während des Hörens am Lautstärkeregler drehen zu müssen.
Zum Mastering gehört ebenfalls das "Bearbeiten" der Pausen auf einer CD: Gibt es Fade-in und -outs? Wie lange sind die Pausen? 
Ebenfalls überprüft werden: Rauschen und sämtliche Abweichungen. Jeder Tonmeister hat seine eigene Methode, herauszufinden, wie viel "Abweichung" noch Teil eines interessanten Klanges ist. Häufig werden die zu masternden Songs mit Songs ähnlicher Machart verglichen, um unserem Klangempfinden entgegen zu kommen.

Zum Premastering sind die einzelnen Stücke klanglich fertig bearbeitet. In diesem Arbeitsschritt wird die Titelreihenfolge bestimmt, Pausen gesetzt, digitale Informationen wie Tracknummer, Tracktitel usw. eingefügt und auf eine Premaster-CD gebrannt, die einige Standards erfüllen muss (diese von Sony und Philips 1980 festgelegten Standards definieren, was eigentlich eine Compact Disc ist und was erfüllt sein muss, damit sie überall gelesen werden kann.)

Loudness war
Um 2010 rum untresuchte die Zeitschrift stereo den immer auffallenderen Anstieg an Kompression: Musikstücke wurden immer lauter und immer weniger dynamisch. Das traf nicht nur auf aktuelle Songs zu, auch im Remastering alter Songs für "moderne Ohren" gingen immer mehr Zwischentöne verloren. Diese Bewegung ist von Profitonmastern immer wieder angeprangert worden. Kompression, um eine Einheit auf einem Album oder innerhalb eines Songs zu schaffen, ist zwar notwendig, aber wie alles: nur in Maßen auch wirklich zuträglich.

Quellen:
http://mastering-tipps.de/mixdown.php (Mit ein paar Beispielen)
http://de.wikipedia.org/wiki/Mastering_(Audio)
https://www.youtube.com/watch?v=qdDDVortvRU (Demo: Gesangsmastering)
http://de.wikipedia.org/wiki/Loudness_war

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