Donnerstag, 15. Mai 2014

Das Tonstudio

  • In einem Tonstudio werden Klangaufnahmen erstellt und bearbeitet. Jegliche Art von akustischer Produktion kann hier stattfinden: Hörspiele, Synchronisation, Musik für CD, Radio, Kino, Web. Tonstudios sind darauf ausgerichtet, den Klang so klar wie möglich aufzunehmen und für jede erdenkliche Endform zu produzieren.

kommentierter Rundgang durch ein vielseitiges Tonstudio -
 Emil Berliner Studios von musotalk

Bei Tonstudios gibt es drei unterschiedliche Modelle: Das Heimstudio, das unabhängige Studio und firmeneigene Tonstudios. Heutzutage ist Audiotechnik so erschwinglich und weit verbreitet, dass bereits Hobby- und Heimstudios konkurrenzfähige Aufnahmen enstehen. Grade, wenn die Übertragung der Dateien später eh nur in komprimierten Formaten wie mp3 erfolgt, kann die Qualität eines guten Heimstudios den Anforderungen an die Aufnahme genügen.

Unabhängige und firmeneigene Studios haben lediglich Budgetunterschiede. Beide müssen sich darum kümmern, ausgelastet zu sein. Beim firmeneigenen Studio (Fernsehsender, Hörspielproduktionen usw.) bieten absehbare Fixkosten und planbare Einnahmen vielleicht mehr Jobsicherheit; ein qualitativ gutes, unabhängiges Studio mit professionellen Fachleuten zieht ebenfalls wiederkehrende Kunden an.

Tonstudios variieren sehr in der Größe und in dem, worauf sie sich spezialisieren: Von feinen, kleinen Sprecherstuben mit mobilem Aufnahmeraum bis zu ausgebauten Konzertsälen mit mehreren Nebenräumen, Regie- und Masteringszimmer.

Regieraum

Im Regieraum laufen die Aufnahmen zusammen. Hier sitzen Produzenten, Tontechniker, Aufnahmeleiter und Assistenten, die in dem Moment nicht an der Tonaufnahme beteiligt sind. Von hier werden Playback und Anweisungen gesteuert und das aufgenommene Material gleich überprüft und beurteilt.
Auch im Regieraum ist die Akustik wichtig, um das aufgenommene Material so störfrei wie möglich beurteilen zu können. Die empfohlene Einrichtung für den Regieraum wird auch LEDE genannt: Live End Dead End.

Aufnahmeraum

Aufnahmeräume unterscheiden sich stark voneinander. Je nachdem, auf was sich das Tonstudio spezialisiert, bietet es einen oder mehrere unterschiedlich ausgestattete Räume an. Aufnahmen mit vielen Beteiligten (Orchester, Quartette, BigBands) benötigen eine halbtrockene Arkustik: erhöhte Nachhallzeiten, ein "raumigeres" Gefühl in den Aufnahmen. Sprecher und strikte Einzelstimmenaufnahmen brauchen reflexionsarme (trockene) Akustik. 

Maschinenraum

In großen Tonstudios werden Maschinen, die durch Lüftung und Betrieb schon Geräusche verursachen, in einem getrennten Raum untergebracht. Sollte kein Maschinenraum zur Verfügung stehen, müssen PCs, Aufnahmegeräte, Klimaanlagen usw mit besonderen Geräuschfiltern ausgestattet sein.


Ausstattung


Zu jedem Tonstudio gehört eine gute Ausstattung an Mikrofonen. Abgesehen von Bigbands und Orchester, ist es heute üblich, jede Spur einzeln mit einem Mikrofon aufzunehmen und später in das gewünschte Hörerlebnis zu mischen (Stereo, Surround...). Für fast jede Aufnahmetechnik gibt es spezialisierte Mikrofone. Man nutzt selten dasselbe Mikrofon für z. B. einen Sprecher oder ein Schlagzeug. Diese Mikrofone unterscheiden sich in ihren Verstärkern und Empfindlichkeiten.

Die Aufnahme erfolgt normalerweise auf Mehrspurrekorder. 8, 16, 24+ Spuren werden auf ein Gerät aufgenommen und können später an einem Mischpult bearbeitet werden. Heute wird das Verfahren eher digital ausgeführt. Die aufgenommenen Spuren werden gleich auf einem digitalen Speichermedium festgehalten.

Um den Klang gleich beurteilen zu können, ist jedes Tonstudio mit einem oder mehreren Lautsprechersets ausgestattet, die möglichst nah an die Wiedergabevarianten des Endkunden herankommen.

Das Gerät, was man neben dem Mikrofon am meisten mit einem Tonstudio verbindet, ist das Mischpult. Hier laufen sämtliche Monitore, Mikrofone und Effektgeräte zusammen. Am Mischpult wird das Zwischenergebnis der Aufnahme hergestellt und die Mischungen, welche die Musiker auf den Kopfhörern haben, während sie ihre Stimmen einspielen. Heutzutage sind Mischpulte manchmal rein digital oder Mischformen: So hat man zwar immer noch ein großes Mischpult für die Steuerung, die eigentlichen Einstellungen werden aber in ein digitales System eingespeist und dort vorgenommen (= das Mischpult als eine Art erweiterte Tastatur).

Ob digital oder analog ist genau wie in anderen Kunstbereichen eher eine Geschmacks- und Geldfrage. Analoges Equipment benötigt mehr Wartung, mehr Platz, ist aber den meisten Hörern noch etwas vertrauter. Sehr sauberen Einspielungen wird z. B. manchmal das unterschwellige Surren eines Bandgerätes untergemischt, um den vertrauten Klang älterer Aufnahmen zu erhalten. Diese feinen Unterschiede spielen sich jedoch in einem Bereich ab, den man auf den meisten kommerziellen Wiedergabegeräten gar nicht erfahren kann. 


Quellen:
Youtube,
http://www.tonstudio-katzer.de/
http://en.wikipedia.org/wiki/Audio_mixing_(recorded_music)
http://de.wikipedia.org/wiki/Tonstudio

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