Dienstag, 18. November 2014

Studienexkursion nach Dublin und London

Montag, der 06.Oktober 2014. Um kurz vor 8 Uhr morgens trafen sich 21 Studentinnen und Studenten gemeinsam mit Gregor Hopf in der Lounge des Dubliner Generator Hostels, in dem der Großteil der Teilnehmer untergebracht war, um offiziell in die Exkursion zu starten. Viele der Studenten waren bereits 1-2 Tage früher in der Stadt angekommen, um sich einige Sehenswürdigkeiten anzuschauen, den etwas außerhalb gelegenen Ort „Howth“ an der Küste zu sehen oder auch den ein oder anderen Pub zu besuchen. Nun waren auch die letzten Teilnehmer eingeflogen und es konnte losgehen.

Unternehmensbesuche in Dublin 
Die ersten beiden Unternehmen, die wir am Montag besuchen durften, waren das soziale Netzwerk LinkedIn und der Internetgigant Google. Die Besuchsmöglichkeiten in den Firmen wurden zum Teil über Kontakte zu ehemaligen Studenten der HSBA ermöglicht, größtenteils allerdings von unserem Team, das für die Unternehmensbesuche zuständig war, mit viel Geduld und vielen verschickten Mails organisiert.

                                LinkedIn
Ein junges Team aus überwiegend deutschsprachigen Mitarbeitern erwartete uns bei LinkedIn, um uns einen Einblick in das Arbeitsleben des professionellen Online-Netzwerks zu geben, an dessen Standort in Dublin rund 600 Mitarbeiter angestellt sind. Als erstes hörten wir Beiträge über die Arbeitsweisen in unterschiedlichen Teams, wie beispielsweise im Sales-Team oder dem Customer Support bei LinkedIn in Dublin. Uns wurde erklärt, welche inhaltlichen Unterschiede in den Zielmärkten der verschiedenen Länder bzw. Regionen auszumachen sind und wie LinkedIn diesen begegnet. Außerdem wurde uns näher gebracht, auf welche Art und Weise wir mit unseren LinkedIn-Profilen Aufmerksamkeit erzeugen können und wonach insbesondere Headhunter bei potenziellen Arbeitnehmern schauen. Zu jedem Thema, jedem persönlichen Werdegang und zu Arbeitsabläufen durften wir viele Fragen stellen und bekamen einen sehr ehrlichen und transparenten Blick auf den Arbeitsalltag der Mitarbeiter, mit denen wir sprachen. Außerdem erfuhren wir, mit welchen Erwartungen die Personaler an eingehende Bewerbungen herantreten und welche Voraussetzungen ein Bewerber für einen Job bei LinkedIn mitbringen muss. Anschließend bekamen wir nicht nur einen Rundgang durch das Gebäude und die Vorzüge eines Arbeitsverhältnisses im Unternehmen aufgezeigt, sondern auch noch einen großzügigen Lunch in der Kantine ausgegeben. Neben den spannenden Informationen, die wir bekamen, sollten wir hier - wie auch bei den folgenden Unternehmensbesuchen – den Eindruck bekommen: It’s all about connections! 

Google
Auch bei Google erwarteten uns deutschsprachige Mitarbeiter, die uns herzlich in den Büroräumen willkommen hießen. Zunächst wurden wir in einem der Kreativräume mit Informationen rund um Googles Produkte und Services versorgt. Dabei ging es zum einen verstärkt um die Videoplattform „Youtube“ und die 

 strategischen Hintergründe der Werbegestaltung der zu Verfügung stehenden Werbeflächen und die personalisierte Schaltung von thematisch passenden Werbeclips vor den angewählten Videos. Zum anderen lag der Schwerpunkt auf der mobilen Vermarktung von Googles Services mit allen damit verbundenen Chancen und möglichen Hindernissen. Unsere Fragen zu den Themen wurden geduldig und ausführlich beantwortet, bevor wir anschließend einen Einblick in „Googles Spielwiese“ bekamen. Der Name ist den Gebäudekomplexen und Angeboten für Mitarbeiter geschuldet, die kaum einen Wunsch offen lassen. Neben einem Fitnessstudio, einem Schwimmbad, Zonen zum Entspannen und Ausruhen, Spielekonsolen, einer großen Kantine und vielen weiteren Extras, sind auch die zur Verfügung stehenden Arbeitsumfelder sehr vielfältig und bunt – für jeden Arbeitstyp soll etwas dabei sein. Doch trotz dieser aufregenden und guten Eindrücke der möglichen Aktivitäten wurde uns noch einmal deutlich, was es heißt für einen solchen Konzern zu arbeiten und welche Anforderungen und Erwartungen an die Mitarbeiter gestellt werden. Dass man mit gutem Willen, Energie und Ausdauer aber dennoch seinen Weg bei Google machen kann, erzählte uns ein ehemaliger Student der HSBA, der per Videokonferenz zur Gesprächsrunde hinzugeschaltet wurde. Auch die Mitarbeiter vor Ort berichteten uns von ihren sehr unterschiedlichen Werdegängen in dem Unternehmen.
Abgerundet wurde unser Tag mit einem Quiz zu all den Informationen, die wir im Laufe des Tages bekommen hatten.
Glückwunsch an alle glücklichen Google-Quiz-T-Shirt-Gewinner!






Facebook
Am zweiten vollen Tag in Dublin machten wir uns vormittags auf den Weg zum europäischen Hauptsitz des sozialen Netzwerk-Riesen Facebook. Dort durften wir mit einem Rundgang durch die Firma starten, dabei bereits viele Fragen stellen und uns ein Bild von den ebenfalls vielfältigen Arbeitsweisen und sehr vielen Mitarbeiterangeboten machen (vom 3D-Drucker im Handwerksraum bis hin zu „Ausruhkabinen“ war alles vorhanden). Außerdem bekamen wir die Gelegenheit mit einer Referentin des HR Departments zu sprechen. Sie stellte uns die Einstellungsphasen bei Facebook vor und erzählte uns von den Anforderungen an die Bewerber. Unsere Fragen, was für einen Abschluss man haben muss, welche Noten erwünscht sind oder welche Studieninhalte gefordert werden, um an diesem Ort arbeiten zu können, brachten wir bei jedem Firmenbesuch hervor. Die Antwort wurde hier mit dem Hinweis auf das sehr umfangreiche Auswahlverfahren der einzelnen Bewerber beantwortet. Überraschend für uns war, dass Noten und Abschlüsse kaum von Bedeutung sind, sondern ob die Persönlichkeit und die Motivation des Einzelnen ins Team passt. Wie es unser Guide passenderweise kommentierte: "Unser Boss - Mark Zuckerberg - hat schließlich auch keinen Uni-Abschluss."


TV3
Am Dienstagnachmittag ging es thematisch in eine neue Richtung. Weg von den sozialen Netzwerken und Internetgrößen, hin zu einem kleinen, inländischen TV-Sender am Rande der Stadt. Bei TV3 nahm sich unser Ansprechpartner trotz ganz offensichtlichem Zeitdruck und einem hohen Arbeitspensum viel Zeit, um uns in die Welt des irischen TV-Marktes zu entführen. In einer ausführlichen und sehr ehrlichen Präsentation über Daten, Fakten und Zahlen erzählte er uns von dem früheren und aktuellen Stand von TV3 im Wettbewerb, von Werbestrategien und Sendeformaten sowie von zukünftig anstehenden Projekten und Veranstaltungen. Er beantwortete geduldig alle unsere Fragen zu komplexen Themen und führte uns anschließend in die Studios vor Ort. Wir durften die Arbeit hinter den Kulissen in der Technik sehen und bekamen sowohl dort als auch im Studio die Abläufe der Vorbereitung und der anstehenden Arbeit während einer Aufzeichnung oder Live-Show erklärt. Sehr beeindruckend war trotz der kleinen Fläche, die Flexibilität und intelligent genutzten Räume der Studios, die es ermöglichen, unterschiedlichste Formate für täglich oder wöchentlich laufende Sendungen in einem Raum zu vereinen, ohne jeden Tag das gesamte Studio umbauen zu müssen.

Freizeit und Ortswechsel
Nach dem einen oder anderen Guinness oder Cider während des Pub Crawls am letzten Abend und einer Stadtführung durch Dublin am nächsten Morgen, die von Exkursionsteilnehmern geführt wurde, flog unsere Truppe am kommenden Tag nach London. Den Nachmittag dort verbrachten wir alle auf unterschiedliche Art und Weise, z.B. mit Sightseeing oder Shopping. Der Flug, das Ein- und Auschecken in Hostel oder Hotel, die Fahrten und das Organisieren von Langzeittickets für das Bahnnetz in London dauerte seine Zeit, verlief aber letztendlich fast reibungslos. Zum ersten Mal fand eine Exkursion in diesen zwei unterschiedlichen Städten statt und sollte sich als positive Ergänzung herausstellen. Der Mehraufwand im Vorfeld (Buchung von mehreren Hostels/Hotels, Flüge für die ganze Gruppe, Transport in zwei Städten) zahlte sich allein durch das Erlebnis von zwei unterschiedlichen Kulturen, Mentalitäten und Stadtbildern aus. Außerdem war die Auswahl an interessanten Firmen somit um einiges größer.


Unternehmensbesuche in London
Am Donnerstag ging es dann mit den nächsten zwei Firmenbesuchen weiter. Auf dem Programm standen Carat und SapientNitro.

Carat  
Das Agenturnetzwerk ist Teil der Aegis Media und bietet seinen Kunden strategische Kommunikationsberatung, Mediaplanung und Mediaeinkauf. In Dublin erwartete uns einer der Chefstrategen von Carat, um uns von seinen spannenden Erfahrungen bei der Media Agency zu berichten. Seine lebendige Präsentation enthielt witzige und interessante Stories über Kundenprojekte, die er begleitet hatte und in denen aus einer kleinen Idee große Erfolge generiert werden konnten. Er machte uns anhand einiger Beispiele deutlich, wie wichtig es ist, den Kunden und vor allem das Zielpublikum genau zu kennen und mit passenden Werbeformen, Ideenreichtum und Kreativität zu begegnen. Der Chefstratege berichtete außerdem von den in Zukunft prognostizierten Herausforderungen der Branche und wie sich die Gestaltung der Mediaplanung verändern wird.
Für einige von uns war dieser Ausflug ganz besonders interessant, da sie selbst als  Duale Studenten für Carat in Hamburg tätig sind.

SapientNitro  
Später am Tag ging es weiter zu SapientNitro. Dort hatten sich gleich mehrere Leiter unterschiedlicher Abteilungen bereit erklärt, uns von ihren Erfahrungen und ihren Kundenprojekten zu berichten. SapientNitro ist eine Kreativagentur und bietet seinen Kunden Werbung, digitales Marketing und IT-Lösungen. Anhand vieler Praxisbeispiele erzählten uns die Manager, worauf in der Agentur Wert gelegt wird und welche Erwartungen die verschiedenen Kunden mitbringen.
Bereits vor den Vorträgen bekamen wir einen Einblick in die Räumlichkeiten des Unternehmens und ließen uns von einem Entwickler einzigartige technische Innovationen erklären, die er mit seinem Team für Kundenprojekte entwickelt hatte. Eine dieser technischen Erfindungen spuckte sogar Eis am Stiel aus – sehr praktisch (und lecker)!


BBC
Den Abschluss unserer Exkursionsfahrt bildete der Besuch bei BBC. Durch den Kontakt zu einem Alumnus der HSBA, der über ein Praktikum bei BBC in Köln den Sprung nach London geschafft hat, bekamen wir einen Einblick in eine der weltweit größten Rundfunkanstalten. Wir bestaunten während der offiziellen Führung den riesigen Newsroom sowie die offenen Fernseh- und Radiostudios und in einem der TV-Studios im Nebengebäude stand sogar plötzlich Cliff Owen (ein britischer Schauspieler) neben uns – als wäre er bestellt gewesen. Im Anschluss hörten wir in einem Vortrag viel Informatives über BBC weltweit und die Herausforderungen des Rundfunksenders, der - wie die deutschen Rundfunkanstalten auch - mit den neu aufkommenden und bereits etablierten Fernsehtrends zu kämpfen hat. Wie diese Spannungsfelder gelöst werden und wie mit Kooperationen und Verträgen mit Produzenten und Rechtehändlern umgegangen wird, davon berichtete uns unser Ansprechpartner vor Ort.

Abschluss  
Am Freitagabend war dann die Exkursion offiziell beendet. Die meisten Teilnehmer blieben noch einige Tage länger und genossen die Stadt mit all ihren Facetten und Angeboten. Jeder von uns nahm viele Eindrücke und Ideen mit, wie in Dublin und London gelebt und gearbeitet wird. Die positive Stimmung am Ende ließ keinen Zweifel zu, dass den Studenten die Woche gefallen hat.  Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal Gregor Hopf für das Engagement vor und während der Exkursion.

Kommentare:

  1. Wer sich noch an unseren Besuch bei der BBC erinnern kann, erinnert sich wahrscheinlich auch an eine etwas überraschend aussehende Gestalt in der Lobby. Hier die Aufklärung: http://www.ted.com/talks/neil_harbisson_i_listen_to_color?language=de
    Und hier was die BBC Online Editors aus seinem Besuch gemacht haben: http://www.bbc.com/news/technology-29992577

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