Freitag, 22. Mai 2015

Native Advertising

Native Advertising ist eine immer populärere Möglichkeit für Onlineanebote mit redaktionellen Inhalten ihre Arbeit zu finanzieren. Im Prinzip ist Native Advertising ("einheimische Werbung") Werbung, die so unauffällig in die Webseite eingeflochten ist, dass sie nicht sofort als solche wahrgenommen wird. Zum Beispiel ein gesponserter Tweet oder ein Nachrichtenartikel, der in Auftrag gegeben wurde.
Aufdringliche Werbung hat im Internet häufig einen negativen Beigeschmack - sie lenkt von Inhalten ab, wird aber deutlich seltener geklickt als noch vor 10 Jahren. Je nerviger die Werbung auf einer Seite wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer nicht zurückkehren oder Adblocker installieren.
Journalistische Seiten leiden darunter, dass im Netz die meisten Angebote kostenlos sind und man kaum konkurrenzfähig sein kann, wenn man sich für seine Inhalte von Nutzern bezahlen lässt.

Last Week Tonight mit John Oliver ist eine satirische Wochenshow von HBO, die als zentralen Aspekt jede Woche ein vieldiskutiertes, aktuelles Thema behandelt.

Die Vorteile von Native Advertising

Native Advertising kann viele Formen annehmen. Von in die Seite integrierten Gastbeiträgen, die einen werbenden Charakter haben bis hin zu Artikeln, die von einer Firma gesponsert sind, aber den Journalisten freie Hand lassen.
Frei erfundenes Beispiel: Bundeswehr bezahlt eine Nachrichtenseite für einen sachlichen Bericht zum Alltag eines neuen Rekruten. Greenpeace bezahlt eine Umweltmagazin, um über das sensible Ökosystems des Arktischen Meeres zu schreiben.

Zu den Pfeilern guten Native Advertisements gehören:

  • Markenidentität (Der Gesponserte Inhalt sollte auch ohne Sponsor ein Teil der Seite sein können)
  • Mehrwert für den Verbraucher (GUT gemachter Inhalt, der nicht in erster Linie ein Produkt verkauft. Der Leser verpasst etwas, wenn er diesen Inhalt durch einen Adblocker blockieren lässt.)
  • Vertrauen (Kenntlichmachung von Werbung und gesponserten Artikeln)
  • Passende Werbepartner (Ölkonzern für ein Umweltmagazin - das kommt nicht gut an)

Negativbeispiele

Die Kenntlichmachung als gesponserter Inhalt sollte nicht versteckt oder getarnt sein. Viele große Newsseiten haben Kolumnisten - Autoren, die zu einem meist aktuellen Thema subjektiv kommentieren. Statt einen Kolumnisten zu bezahlen, Geld dafür zu nehmen, eine bestimmte Meinung vertreten zu lassen und das ganze als Kolumne oder "Meinungsstück" in Rahmen des regulären Journalismus' zu tarnen, kann Vertrauen brechen.

Inhalte ohne Mehrwert für den Leser, dem ausschließlich etwas verkauft werden soll: Negativbeispiel Tumblr: Bei Tumblr abonniert man Blogs. Aus den Abonnements stellt sich auf der Startseite eine Art Metablog zusammen, durch den man scrollt und so nacheinander alle abonnierten Inhalte anschaut. Eine Weile tauchte ungebeten nicht abonnierter Inhalt zwischen abonnierten Inhalten auf und war mit "Von tumblr empfohlen" markiert, nicht als Werbung und beinhaltete fast immer... Werbung, die wie ein Tumblr-Post verkleidet war. Auch Tumblr ist auf Werbung angewiesen und gestaltet im Moment "empfohlene Inhalte" in einem anderen Format als selbst abonnierte Inhalte.

Native Advertisement hat für beide Seiten große Vorteile: Firmen werden als Sponsoren für guten Journalismus oder Unterhaltung wahrgenommen und können Interesse auf für sie relevante Themen lenken. Newsseiten können mit dem eingenommenen Geld besser wirtschaften als mit unsicheren Click-Ads und dem nachgehen, was die meisten eigentlich wollen: Zeitgeschehen journalistisch aufbereiten.

http://news.solvemedia.com/post/37787487410/native-advertising-in-context-infographic, aufgerufen am 20.05.2015

http://techcrunch.com/2013/02/17/the-native-ad-movement-and-the-opportunity-for-web-publishers/ aufgerufen am 20.05.2015

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