Sonntag, 3. Mai 2015

Vorstellung: Die Multimedia-Reportage

Wenn man die Preise für Reportagen in diesem Jahr durchstöbert, stößt man auf eine mittlerweile etablierte, doch relativ neue Form der Reportage:

Die voll-multimediale Reportage mit Storytellingelementen. Sowohl im Grimme Preis als auch beim Pulitzer sind dieses Jahr entsprechende Reportagen ausgezeichnet worden.


Über Scrollytelling und andere multimediale Darstellungsformen im Online-Journalismus (ABZV Videoreporter Folge #13) from ABZV on Vimeo.


Die erste bekannte Reportage dieser Art war Snow Fall der New York Times (http://www.nytimes.com/projects/2012/snow-fall/ von 2012, aufgerufen am 2.5. 2015)

Mit dem Pulitzer Preis dieses Jahr wurde eine Reportage über ermordete Frauen in South Carolina augezeichnet: Till Death do us Part (2014, aufgerufen 16.04.2015)



Komplexe Themen um interaktive Grafiken, Videointerviews, aber auch herkömmliche Medien wie Fotos, Illustrationen und im Herzen natürlich hervorragender Recherche zu bereichern, ermöglicht eine größere Tiefe, aber gleichzeitig auch Nähe zum Leser. Wir sehen die Zeugen in den Videos, wir werden Teil der komplexen Geschichte.

Damit man nicht nur einen komplexen Ballen an Thema in einzelne Fäden aufgedröselt vor sich hat, greifen die Autoren solcher aufwändigen Artikel zu dramaturgischen Kniffen. Im Herzen der meisten Reportagen steht der objektive Faktenbeschreiber, aber gewürzt wird durch Kniffe wie durchgehende Thesen, kolumnenartige Meinungsstücke, Interviews mit unterschiedlichen Parteien einer Streitsache usw. Welche weiteren Vor- und Nachteile diese Erzählungsform hat, erzählen Fachleute von Spiegel Online, Zeit online und der Welt im oben eingebundenen Video. Es gilt den Leser, vom ersten Wort bis zur letzten Zeile zu bannen und ihm die Wahl zu lassen, wo er durch Seitenverweise in die Tiefe gehen möchte.


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